Der „Lilienhof “ war einer der fünf spätmittelalterlichen
Meierhöfe der Herren von Staufen.
Er wurde bis zu seiner Zerstörung 1945
als Bauernhof betrieben, soll früher aber auch mal als Pfarrhaus gedient haben.
Von den Bomben verschont blieb nur die von
schmiedeeisernen Lilien geschmückte Toreinfahrt.
Der Hof wurde nicht wieder aufgebaut.
Auf dem ehemaligen Gelände des zerstörten Bauernhofes wurde am 20. April 1953 mit dem Bau der Lilienhofschule begonnen. Der Name Lilienhof lebt in dem neu errichteten Gebäude, das zuerst als Progymnasium diente, weiter. Wie geschichtsträchtig das Gelände ist, bewies auch die Tatsache, dass bei den Bauarbeiten vorgeschichtliche Steinwerkzeuge und römische Scherben gefunden wurden.  
Die Grundsteinlegung erfolgte am 25. Juli 1953. Auf dem Foto sind die damals amtierenden Stadträte Alfred Späth, Emil Freudig, Rheinhard Paravicini, Gustav Gutmann und Ludwig Fichter sowie der damals amtierende Bürgermeister Dr. Eckart Ulmann und Schulleiter OSt.-Rat Dr. Stärk abgebildet.
Am Sonntag, den 10. Oktober 1954 wurde die Schule eingeweiht. Um 10.45 Uhr fand im Anschluss an den Hauptgottesdienst die kirchliche Weihe des Schulgebäudes durch den kath. Geistlichen Pfarrer Dekan Schmutz und den evangelischen Pfarrer Zempel statt. Begleitet wurde die Zeremonie durch die Stadtmusik Staufen.
Sie sehen den Schülerchor unter der Leitung von Fräulein Spatz. Aufgeführt wurde das Lied "Der Herr ist groß" aus "Die Schöpfung" von Josef Haydn.
Um 15.00 Uhr begann der Festakt in der Eingangshalle. Architekt Dr. H. G. Riehle (li.) überreicht Bürgermeister Dr. Ulmann die Schlüssel (re.).
Von 1954 bis 1968 war im Lilienhof das Progymnasium Staufen untergebracht. Ebenfalls war in der Anfangszeit die Landwirtschaftliche Berufsschule für Mädchen in Staufen/Breisgau beheimatet. Später als die Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten, wurde ein Neubau als Voll-Gymnasium errichtet. Nach dem Umzug ins Faust-Gymnasium wurde im Lilienhof Platz für die Förderschule geschaffen, die bis dahin eine provisorische Unterkunft in der Pelzfabrik in der Albert-Hugard-Straße hatte.


Chronologie der Lilienhofschule



Seit 1834 - Volksschule und Bürgerschule waren im Kapuzinerhof untergebracht
ab 1950 - vermehrter Bedarf an neuen Räumen für das Progymnasium (Bürgerschule) u. für die Landwirtschaftliche Berufsschule für Mädchen
Januar 1951 - Plan, das "Fischer`sche Anwesen" zu erwerben und bestehende Schulen zu erweitern
17. Oktober 1951 - Beschluss des Stadtrates zur Bauausführung
13. Februar 1952 - Beschluss, einen neuen Bauplatz (südöstl. Teil des Amtsgartens) für einen Schulneubau zu erwerben
von August 1952 bis 16. Juni 1954 waren sechs Grundstückskäufe nötig, um im Tausch das Baugelände für die Schulanlage zu erwerben.
27. Juni 1952 - Planungswettbewerb für die neue Schulanlage
20. April 1953 - Baubeginn: Bei Arbeiten am Fundament wurden Überreste von Werkzeugen aus römischer Zeit gefunden
25. Juli 1953 - Grundsteinlegung
17. Oktober 1953 - Richtfest!
10. Oktober 1954 - Einweihung
23. April 1968 - Umzug des Progymnasiums in das neue Schulgebäude des Faustgymnasiums
gleichzeitig - Umzug der Förderschule in den Lilienhof


Quelle / Literatur: Geleitschrift "Der Lilienhof wird 50", verfasst von unserer ehemaligen Lehrerin Lore Wüst. Ein herzliches Dankeschön für die Zurverfügungsstellung der Materialien und Texte.